
Linux hat sich im Industriebereich zu einer gleichwertigen Alternative zu proprietären Betriebssystemen entwickelt. Häufig steht bei der Entscheidung zu Gunsten von Linux nicht der Aspekt der entfallenden Lizenzkosten im Vordergrund, sondern die Unabhängigkeit von einem Hersteller.
Open Source Software entwickelt sich dynamisch weiter. Es gibt keinen „Business Plan“, keine „Road Map“, aber jede Menge Strömungen. Die Entwicklung von Linux wird geprägt von treibenden Kräften, die nach Lösungen suchen und sich dafür aktiv in die Weiterentwicklung einbringen. Unterschiedliche Lösungsansätze konkurrieren miteinander; teilweise entwickeln sich mehrere Zweige parallel, teilweise „einigt“ sich die Community auf einen Lösungsweg. Dieses Kräftespiel der Ideen birgt Risiken: Für ein Unternehmen, das Linux einfach nur als Plattform einsetzen will, ist oft unklar, auf welcher Basis aufgesetzt werden soll. Ist eine Entscheidung getroffen, entstehen daraus Zusatzaufwendungen, weil Anpassungsarbeiten notwendig sind. Fehlende Standards in Details (z.B. I/O-Schnittstellen) erfordern unproduktive Anpassungsarbeiten. Eigenentwicklungen in diesem Bereich koppeln das Unternehmen von der allgemeinen Linux- Weiterentwicklung ab, bzw. verursachen neue Anpassungsaufwendungen beim Übergang zu einer aktuelleren Linux-Kernel-Version.
PHYTEC hat diese Problematik erkannt und gemeinsam mit anderen namhaften Industrieunternehmen eine tragfähige Basis geschaffen, mit der die Vorteile von Open Source in wohl definierter Weise für Industrieanwendungen nutzbar gemacht werden. Die Stichworte hierzu sind „Bündelung von Interessen“ und „kritische Masse“. Der Lösungsweg: OSADL – vereint die Interessen namhafter Industriefirmen. Unter dem Namen OSADL (Open Source Development Lab) haben sich vor einigen Jahren elf Industrieunternehmen (Anwender, Hardwarehersteller und Softwareunternehmen) zusammen gefunden, um durch Bündelung ihrer Interessen Synergieeffekte beim Einsatz von Linux in der Industrie zu erzielen. PHYTEC ist Gründungsmitglied von OSADL. Der erste Prüfstein für OSADL war die Echtzeitfähigkeit von Linux. Hierzu gab es unterschiedliche Ansätze. Nicht zuletzt durch die Aktivitäten von OSADL hat sich ein Lösungsweg durchgesetzt und hat sich zum Standardelement aller zukünftigen Linux-Distributionen entwickelt: Der „Preempt RT-Patch“ wurde in den Linux- Kernel aufgenommen. Damit steht diese Echtzeiterweiterung zukünftig in allen Linux- Distributionen automatisch zur Verfügung. Aktuelle Projekte von OSADL beschäftigen sich z.B. mit der Standardisierung von I/O-Schnittstellen – mit dem Interesse, auch diesen Standard später in den „Mainstream“ einspeisen zu können.
Für PHYTEC hat Linux strategische Bedeutung. Eine eigene Distribution ist in enger Zusammenarbeit mit Pengutronix entstanden. Die OSADL-Konformität ist Richtschnur für unsere Implementierungen. In Umfang und Tiefe der Treiberimplementierung ist die industrielle Nutzung der Maßstab. Unsere Kits dokumentieren den hohen Anspruch und bieten Ihnen eine schnelle Möglichkeit, unsere Implementierung mit Ihren Anforderungen zu testen.